Xenu-Report

A/B-Testing von SEO-Maßnahmen: internen PageRank mit Xenu ermitteln

Der Erfolg von SEO-Maßnahmen lässt sich nicht immer vorhersehen. Es ist fast unmöglich mal eben zwei Maßnahmen im Sinne eines A/B-Tests gegeneinander laufen zu lassen. Glücklicherweise kann man vor dem Ausrollen einer Änderung testen, welche theoretischen Auswirkungen sie auf die Crawlbarkeit hat.

Beispiel: Tag-Seiten einführen

Am Beispiel der Maßnahme “Einführung von Tag-Seiten” möchte ich zeigen wie ich mit dem Linkchecker Xenu im Vorfeld den möglichen Erfolg der Maßnahme prüfe.

Zunächst ermittle ich den Ist-Zustand meiner Seite http://seo.wuestenigel.com, indem ich eine vollständige Liste der URLs generieren lasse.

Xenu-Report
Xenu-Report

Auswerten der Ist-Daten

Das Ergebnis exportiere ich in eine durch Tabulator getrennte Datei und importiere sie in Excel. Dort aktiviere ich den Autofilter. Da mich nur HTML-Seiten mit Status-Code 200 interessieren, wähle ich diese Werte im Filter aus und sehe nun alle URLs meiner Webseite.

Ein besonderer Augenmerk fällt auf die Spalten “Level”, “Links Out” und “Links In”. Xenu schreibt während des Crawlens weg, wie weit eine Unterseite von der Startseite entfernt ist (“Level”) und wie viele Links auf den Seiten befinden. Die Linkdaten fallen zwar etwas höher als die echte Zahl der Links aus, aber für eine Näherung sind sie gut zu gebrauchen.

Diese Daten kann ich nun weiter auswerten. Mit der TEILERGEBNIS-Funktion von Excel zähle ich die Zahl der gefundenen Datensätze (=TEILERGEBNIS(3;HX:HXXXX)) und ermittle damit den Durchschnittslevel (=TEILERGEBNIS(9;HX:HXXXX)). Das Gleiche kann ich für die durchschnittliche Zahl an eingehenden und ausgehenden Links machen. Mathematiker oder Fans der Graphentheorie können hier natürlich noch viel weiter gehen.

Excel-Ergebnis
Excel-Ergebnis

Die Startseite, Navigation und die letzten Artikel in der Sidebar haben erwartungsgemäß die höchste Zahl an eingehenden Links. Durchschnittlich sind die Seiten mit 1,58 Klicks erreichbar, haben 115 ausgehende Links und jede Seite hat im Schnitt 23 eingehende Links.

Durchführen der Änderung

Jetzt führe ich die Änderung (auf der Testumgebung) durch und messe erneut. Nun ist jede URL nach durchschnittlich 1,67 Klicks erreichbar. Nanu? Sollte die Crawlbarkeit mit Tag-Seiten nicht besser werden? Tatsächlich habe ich eine Reihe von schlecht erreichbaren Tag-Seiten geschaffen. Da sie nur ein Mittel zum Zweck sind (noindex, follow), nehme ich sie aus der Statistik heraus.

Dafür gibt’s den schönen Excel-Befehl (=WENN(ISTZAHL(FINDEN(“/thema/”;A4));”Tag-Seite”;”Keine Tag-Seite”)). Das Ganze kann man übrigens auch zur Klassifizierung seiner Webseite verwenden, um so beispielsweise nur den Erfolg für seine Money Pages zu messen.

Nachdem ich die neu hinzugekommenen Tag-Seiten aussortiert habe, sind die Seiten wieder mit durchschnittlich 1,58 Klicks erreichbar. Das sieht nicht vorteilhaft aus und liegt vermutlich daran, dass ich nur wenige Artikel habe.

Eine andere Kennzahl hat sich aber sehr wohl verändert. Während die Zahl der ausgehenden Links unwesentlich von 115 auf 117 gestiegen ist, stieg die Zahl der eingehenden Links von 23 auf 30. Wenn man die 1,58 als durchschnittliche Dämpfung der Links betrachtet, kann ich schließlich eine Art interner Pagerank berechnen. 23/1,58 = 14,56 und 30/1,58 = 19. Mehr Pagerank ist ja bekanntlich besser. ;-)

Neues Beispiel: Plugin WP-PageNavi

An einem anderen Beispiel wird der mögliche Erfolg einer SEO-Maßnahme noch deutlicher. WordPress-Blogs haben standardmäßig am Ende der Archivseiten nur einen Vor- und Zurück-Link. Für den Google-Bot heißt das, dass er möglicherweise viele Male auf “Next” klicken muss, um auf interessanten Content zu stoßen.

In meinem Blog wäre jede Seite durchschnittlich erst nach 1,93 Klicks erreichbar. Nach der Umstellung auf WP-PageNavi ist jede URL wieder über 1,58 Klicks erreichbar. Der interne PageRank konnte von 15,5 auf 19 gesteigert werden.

Führt Ihr ähnliche Analysen durch? Sind die von mir ermittelten Zahlen zu sehr vereinfacht? Wie würde Eure Formel für den internen PageRank aussehen?

7 Gedanken zu „A/B-Testing von SEO-Maßnahmen: internen PageRank mit Xenu ermitteln“

  1. Spannende Art der Analyse.
    Die Lösung der Paginierung mit dem wpplugin macht aber nur Sinn, wenn man diese auf index stehen lässt. Tag, Archiv, kategorie und dann noch pageXY dazu finde ihr etwas zu viel des guten (dc). daher lasse ich die Kategorien meist auf index,follow und verpasse dieser noch einen kategorietext für den longtail. Gleiches kann man natürlich auch mit tagseiten machen. Da die Anzahl dieser meist größer ist kann man mit entsprechend mehr mühe guten extratraffic einsammeln, wenn hier noch ein texte eingebunden wird!

    Gruß

  2. Hi Felix,
    danke für den Kommentar. Ja, in WordPress lauern ein paar DC-Fallen. Im Zweifel nehme ich lieber noindex, denn der ganze Artikel zielt eigentlich nur auf eine Art von Seiten ab: Artikel. Das sind die Perlen eines jeden Blogs und sie sollten auch so behandelt werden. :-)
    Grüße
    Marco

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