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Kuscheln mit Panda: Inhalte automatisch auf noindex stellen

PandakuschelnSpätestens seit dem Google-Panda-Update im August 2011 sind Webseitenbetreiber zu guten Inhalten verdammt. In fast keinem Matt-Cutts-Video oder guten Blogartikeln wird dieser Hinweis ausgelassen. Tatsächlich werden viele SEOs dabei vor sehr großen Herausforderungen gestellt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass besonders Ein-Mann-SEOs sehr, sehr gut in klassischen Disziplinen sind, aber eben nur mit diesen Skills auf Dauer nicht auskommen, eine erfolgreiche Webseite ranken zu lassen. Hier fehlt also entweder der Weitblick oder zumindest das gute Team, in dem der SEO eine Rolle von vielen ausfüllt.

Es gibt Panda-Medizin

Weniger abstrakt als “guter Content” sind Checklisten. Mit einer Panda-Checkliste lassen sich durchaus beachtliche Ergebnisse erzielen.

Ein logischer und häufiger Tipp besteht darin, Seiten mit schlechten User-Signalen einfach zu kicken. Das können die Deindizierung (noindex), Löschung (404-Code) oder eine Umleitung (301) sein. Bei größeren Projekten kann auch eine Aufteilung in mehrere Subdomains helfen.

Automatisches noindex mit WordPress und Analytics

Ich habe für ein vom Panda-Update betroffenes Projekt probiert, ob man schlechte Inhalte automatisch herausfiltern kann. Ein Script läuft regelmäßig über alle publizierten WordPress-Posts mit einem gewissen Alter (neue Artikel haben Welpenschutz) und prüft dann mithilfe der Google-Analytics-Api, ob überhaupt Traffic auf dieser Seite ist. Wenn es Traffic gibt, können weitere Metriken wie Bounce-Rate oder Verweildauer betrachtet werden und herausstechende Seiten ebenfalls deindiziert werden.

Alle URLs, die den Test nicht bestanden haben, speichere ich in eine Tabelle und kann dann mit einer einfachen WordPress-Funktion in der header.php darauf zugreifen und ggf. den noindex-Tag setzen:

function isNoindex($path) {
$abfrage = "SELECT * FROM noindex where url='$path'";
$ergebnis = mysql_query($abfrage);
if (mysql_num_rows($ergebnis)>0) {
   return true;
}
else {
   return false;
}
}

Ergebnis

Genau die Hälfte der Artikel meiner Seite sind am 12.04.12 in den noindex-Pool gekommen. Google hat diese URLs sehr schnell deindiziert. Im Traffic gab es keine Auswirkung. Seiten, die bisher eh keinen Traffic hatten, werden nun erst recht nicht mehr über Google gefunden. Vor allem war aber kein positiver Effekt für die gesamte Domain zu spüren. Im Gegenteil: Je nach SEO-Tool war die Sichtbarkeit sogar temporär eingeknickt, bevor ich den noindex-Tag am 30.04.12 wieder deaktivierte.

Sichtbarkeitsverlauf in SEOlytics
SEOlytics: Panda im August 2011, kurzer Knick April 2012

Fazit

Ich hätte mich auch sehr gewundert, wenn man dem Google-Panda-Algorithmus mit einem einfachen Script begegnen kann. Qualität lässt sich nicht automatisieren. Interessant finde ich auch die Frage, wie ein Webmaster mit Seiten umgehen soll, die zwar schlechte User-Signale haben, aber zu den Cash-Cows der Seite gehören.

5 Gedanken zu „Kuscheln mit Panda: Inhalte automatisch auf noindex stellen“

  1. Moin Hendrik,

    ja nichts gebracht, obwohl die Domain allgemein schon bei Panda reagiert hatte.

  2. Hallo Marco,
    die Idee ist wirklich clever! Ich mag solche Automatisierungslösungen. Wirklich “kleines” Problem an der Sache: Die Performanz. So wird bei jedem header.php Call (der ja immer zustande kommt) eine DB Abfrage ausgeführt. Frage: Kennt WP per Standard den Zugang zur DB oder muss man davor noch eine Funktion mit einem Connect schreiben um den Query überhaupt abzusenden? Leichtgewichtiger wäre da bestimmt eine Lösung, welche die nicht-bestandenen URLs nicht über eine DB-Abfrage auf noindex setzt. Oder was meinst du?

  3. Hi Bastian,

    ja, mich reizen solche automatischen Ansätze auch immer und mir macht es dann auch nichts aus, wenn sie später nicht produktiv eingesetzt werden.

    Zu Deiner Frage: Die DB-Verbindung steht bereits. Ob WordPress 100 oder 101 Queries ausführt, ist möglicherweise egal. Was meinst Du?

    Ich arbeite außerdem sehr stark mit WP Super Cache, sodass eine einmal generierte HTML-Datei immer wieder ausgeliefert werden kann.

  4. Hi Marco,
    finde gut, dass in den letzten Wochen generell wieder mehr getestet wird und besonders mag ich, dass man auch mal Tests publiziert, die nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben – die sind nämlich auch lehrreich! Weiter so ;-)

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